Mittwoch , 28 Juni 2017
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Betriebshaftpflichtversicherung – Risikomanagement statt Kamikaze

Gastartikel:

Ein verantwortungsvolles Risikomanagement gehört heute zu den Eckpunkten erfolgreicher Unternehmensführung. Gleich ob etablierte Firma oder Start-up-Unternehmen. Für die Absicherung des Betriebes, seines Inhabers und der Mitarbeiter gegen mögliche Haftungsrisiken sorgt eine sogenannte Betriebshaftpflichtversicherung (BHV). Sie sollte deshalb in jedem betrieblichen Versicherungsportfolio enthalten sein. Der Kamikaze-Ansatz („Brauchen wir nicht! Wir passen schon auf, dass nichts passiert.“) negiert ein jederzeit vorhandenes betriebliches Haftungsrisiko, das im Ernstfall die wirtschaftliche Existenz des Betriebs gefährden kann.

Wer einen Schaden verursacht, der muss zahlen!

Die Rechtslage in Deutschland ist eindeutig: Wer einen Schaden verursacht, der muss Schadensersatz leisten. Und zwar unbegrenzt, eine Euro-Haftungsobergrenze legt der § 823 des BGB ausdrücklich nicht fest. Das gilt für Privatpersonen wie für Unternehmen. Erstaunlich, dass der Gesetzgeber eine Haftpflichtversicherung weder für Unternehmen noch für Privatpersonen generell vorschreibt. Denn im schlimmsten Fall können etwa bei einem Personen- oder Umweltschaden die Schadensersatzhöhen in die Hunderttausende gehen. Ohne entsprechende BHV bedeutet dies das wirtschaftliche Aus für den Betrieb. Mit allen negativen Konsequenzen für den Inhaber und seine Mitarbeiter.

BHV: Doppelter Schutz im Schadensfall

Die BHV schützt nicht nur ein Unternehmen als juristische Person, etwa als GmbH oder GbR, auch die Inhaber und ihre Mitarbeiter sind im Rahmen ihrer betrieblichen Tätigkeiten vor Regresszahlungen an Dritte geschützt. Auch sorgt die BHV im Umkehrschluss dafür, dass Geschädigte im Schadensfall den ihnen rechtlich zustehenden Schadensersatz auch erhalten.

Stellt ein Dritter also Schadensersatzansprüche gegen ein Unternehmen, so prüft die BHV zunächst einmal die Rechtmäßigkeit der Forderungen. In diesem ersten Schritt agiert die BHV wie eine Rechtsschutzversicherung. Stellt sie fest, dass die Forderungen zu Recht bestehen, so leistet sie als Haftpflichtversicherung Schadensersatz bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden bis zur Höhe der vertraglichen Versicherungssumme. Hält sie die Ansprüche für unberechtigt, so wehrt sie diese ab. Kommt es zu einem Rechtsstreit, so übernimmt die BHV die daraus entstehenden Kosten.

Ohne BHV: Schadensersatz bedroht nicht nur den Betrieb

Ein Schaden ist im betrieblichen Alltag schnell geschehen. Das kann der ärgerliche, aber leicht zu behebende Lackkratzer am PKW in der Autowaschanlage sein. Das kann aber auch die lebensgefährliche Verletzung eines Menschen sein, woraus dann exorbitante Schadensersatzforderungen entstehen, die sich durch Behandlungs- und Rehakosten, Schmerzensgelder, Verdienstausfälle und ggf. lebenslange Rentenzahlungen auf Zehntausende von Euro summieren. Extreme Schadenshöhen sind auch bei Umweltschäden, etwa bei der Kontaminierung von Böden oder Gewässern, zu kalkulieren. Für klein- und mittelständische Unternehmen bedeutet dieser Worst-Case meist den Gang zum Insolvenzgericht, für die Mitarbeiter den Verlust ihrer Arbeitsplätze und für die Inhaber oft der soziale und finanzielle Absturz.

Maßgeschneiderter Schutz statt 08/15

Eine BHV kann das Unternehmen nur dann optimal schützen, wenn sie genau auf sein spezielles Risikoprofil ausgerichtet ist. Es liegt auf der Hand, dass ein Handwerksbetrieb andere Haftungsrisiken als ein Beratungsunternehmen hat. Die BHV sichert hier sehr unterschiedliche Haftungsrisiken ab, die Versicherungssummen differieren entsprechend, die Beitragshöhen unterscheiden sich dadurch ebenfalls. Versicherungsexperten empfehlen, keine Versicherungssummen unter 3 Mio. Euro abzuschließen.

Der richtigen Versicherungshöhe kommt eine besondere Bedeutung zu, um im Fall des Falles keine Unterversicherung zu riskieren. Liegt ein BHV-Altvertrag vor, so sollten die versicherten Risiken regelmäßig überprüft und ggf. angepasst werden. Bei Neuverträgen hat sich bewährt, die versicherten Haftungsfälle explizit in der Versicherungspolice festzuhalten. Das verhindert im Ernstfall Falschversicherungen. Grundsätzlich ist zu empfehlen, das vorhandene betriebliche Versicherungsportfolio jährlich auf seine Aktualität hin zu überprüfen und bei Bedarf zu modifizieren. Vergleichsportale im Netz helfen dabei, in der Vielzahl der Angebote den besten und preisgünstigsten Anbieter zu finden.

So sichert verantwortungsvolles Risikomanagement das eigene Unternehmen rundum gegen vorhandene Haftungsrisiken ab. Und überlässt den Kamikaze-Ansatz lieber anderen!

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